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Geschichte des Berneuchener Dienstes Drucken E-Mail

 

Die zwanziger Jahre des vorigen Jahrhunderts wurden zu Aufbruchsjahren in Kirche und Gesellschaft. Die Jugend in unserem Volk suchte nach dem 1. Weltkrieg in großer Intensität nach neuen Wegen.
Menschen waren bewegt von der Frage: „Wie muß eine Kirche aussehen, wie muß sie in all ihren Lebensäußerungen, in ihren Gottesdiensten, in ihrer Verkündigung, auch in ihrer Verfassung beschaffen sein, um von dieser Jugend als echt und würdig erfahren zu werden?“

 

Herrenhaus Gut Berneuchen in der Neumark um 1930

 

Berneuchen – ein Rittergut in der Neumark - knapp 100 km nordöstlich von Berlin - (heutiges Polen) wurde zu einem Ort, an dem Christen sich diesen Fragen stellten.

 

Berneuchener Konferenzen


Die Berneuchener Konferenzen fanden jährlich statt. Zu den Verantwortlichen gehörten: Karl Bernhard Ritter, Wilhelm Stählin, Walter Stökl (Wien), Wilhelm Thomas, Oskar Planck, Anna Paulsen, ab 1925 Paul Tillich.
Alle waren Leiterinnen und Leiter von Jugendgruppen und Jugendbünden. Sie kamen aus verschiedenen religiösen Traditionen und hatten verschiedene, auch gegensätzliche  politische Anschauungen.
Sie alle waren verbunden in der gemeinsamen Verantwortung für die Erneuerung der Kirche. Sie verstanden Kirche schon damals nicht vordergründig als Institution, sondern als das Vermächtnis Jesu Christi, als lebendige Christenheit.
Vier Grundlinien lassen sich in ihren Bemühungen aufzeigen:

1. Die Überzeugung, dass die Erneuerung beim einzelnen Menschen beginnt -
die Wiederentdeckung der christlichen Meditation
2. Die Hinwendung zum Gottesdienst und gemeinsamen Gebet -
dabei die Wiederentdeckung der Liturgien der frühen Kirche
3. Die Erkenntnis, dass die Frömmigkeit den ganzen Menschen umschließt –
und nicht nur seinen Kopf und Intellekt
4. Ein Kirchenverständnis aus ökumenischer Verantwortung –
obwohl diese damals noch nicht so formuliert wurde.

Es wurden verschiedene Schriften veröffentlicht:
z.B. Gebetsordnungen für Früh- und Abendandachten
       Das Berneuchener Buch
       Das erste "Gebet der Tagzeiten"

 

 

»Berneuchener Kreis« um 1935

 

Berneuchener Gemeinschaften


Die Konferenzteilnehmer luden zu Tagungen und Freizeiten ein und erprobten dort auch diese Gebetsordnungen. Der Wunsch nach Gemeinsamkeit wurde stärker, daraus entstand der Berneuchener Kreis. Wilhelm Stählin wurde mit der Leitung beauftragt. Er formulierte sechs Sätze als christliche Lebensordnung.

 

Im Zuge der politischen Veränderungen in Deutschland beanspruchte der Nationalsozialismus die Bezeichnungen "Gau" und "Kreis" ausschließlich für sich selbst.

Deshalb musste 1938 der Name "Berneuchener Kreis" in die Bezeichnung Berneuchener Dienst (BD) umbenannt werden.

Schon 1931 hatten sich aus dem Berneuchener Kreis 22 Männer - Theologen und Nichttheologen - zur Evangelischen Michaelsbruderschaft (EMB) mit einer verbindlichen Lebensordnung (Regel) zusammengeschlossen.

 

Der gemeinsame Weg

 

In den schwierigen Zeiten des zweiten Weltkrieges bewährte sich der Berneuchener Dienst. Die Mitglieder pflegten intensive Kontakte untereinander, feierten in den Häusern miteinander Gottesdienste und unterstützten sich gegenseitig auf vielfältige Weise.

Es konnten auch immer wieder gemeinsame Wochen durchgeführt werden. Sie dienten der "Geistlichen Weiterbildung kirchlicher Hilfskräfte", da ja immer mehr Pfarrstellen verwaist waren.

Beide Gemeinschaften, der Berneuchener Dienst und die Evangelische Michaelsbruderschaft, vergrößerten sich um ein Vielfaches. Die Verbindung zu den einzelnen Mitgliedern wurde auf drei Wegen gepflegt:

1. Durch Literarisches - einem Jahrbuch (Gottesjahr) und einer Zeitschrift
(Evangelische Jahresbriefe)
2. Durch örtliche Treffen - mit Vorträgen und Aussprache, Evangelischer Messe, Tagzeitengebeten, Teilnahme an meditativen Übungen.
3. Durch Freizeiten und Geistliche Wochen - als gemeinsames Leben in den Ordnungen der Berneuchener.

 

1989 entstand aus der EMB die "Gemeinschaft St. Michael" (GSM), in die Frauen und Männer aufgenommen werden.

 

Das Berneuchener Haus – Kloster Kirchberg


Dem Berneuchener Dienst und der Evangelischen Michaelsbruderschaft war es ein tiefer Wunsch, ein eigenes Haus, ein gemeinsames Zentrum zu haben.
Dies konnte ab 1958 im ehemaligen Dominikanerinnenkloster Kirchberg verwirklicht werden.
Das Berneuchener Haus ist heute das gemeinsame geistliche Zentrum der drei Berneuchener Gemeinschaften (BD, EMB, GSM). 
Als Einkehr- und Tagungshaus ist das Berneuchener Haus ein Ort der Stille und Besinnung, in dem vielfältige Kurse und Tagungen zu Fachthemen angeboten werden.

 

Kreuzgang in Kloster Kirchberg

 
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